Es fühlt sich an, als stünde ich an einer Schwelle.
Hinter mir liegt eine Zeit voller Hoffnungen, Geduld und stiller Enttäuschungen. Die Fehlgeburten haben ihre Spur hinterlassen. Eine, die man nicht einfach abschüttelt – sie waren nicht nur ein körperlicher Verlust, sondern auch der Abschied von einer Zukunft, die sich für einen Moment so real angefühlt hat.
Danach haben wir es wieder versucht, Monat für Monat, mit wachsender Anspannung und der leisen Frage, warum es nicht gelingen will. Zeit ist vergangen, geprägt von Warten, Hoffen und dem Versuch, nicht den Mut zu verlieren.
Jetzt, mit 39 Jahren, treffe ich eine bewusste Entscheidung: Wir geben unseren Wunsch in professionelle Hände.
Das fühlt sich gleichzeitig nach Erleichterung und nach Kontrollverlust an. Erleichterung, weil wir diesen Weg nicht mehr allein gehen müssen. Kontrollverlust, weil ich mir eingestehen muss, dass es ein Kind nicht „auf Bestellung“ gibt.
Ich spüre Angst vor dem, was kommt – vor Untersuchungen, vor Zahlen, vor neuen Enttäuschungen. Und doch ist da auch Hoffnung.
Und Mut, es trotzdem noch einmal zu versuchen!

